Die offene Digitalgesellschaft

Digitalisierung schafft Möglichkeiten für Arbeit, Wohnen im Alter und eine ökologisch-nachhaltige Wirtschaft – Nutzen wir sie!
Wien
BSA-Generalsekretariat
Monday,
4
.11.
2019
18.30 Uhr

BSA-Generalsekretariat

1010 Wien, Landesgerichtsstraße 16, 3. Stock

Arch. DI Leopold Dungl
Architekt und Stadtplaner, ArchiMedia ZT GmbH, Wien
 
Dr. Michael Gogola
Abteilung Arbeit & Technik GPA-djp
 
Michael Soder M.Sc.Ph.D.
Ökonom in der Abteilung Wirtschaftspolitik der Arbeiterkammer Wien 
 
Moderation: Prof.in (FH) Dr.in Elisabeth Springler 
Ökonomin und Studiengangsleiterin an der FH des bfi Wien für Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung
 
Die Innovationen der letzten Jahre haben zu einer sichtbaren Veränderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens beigetragen. Wie auch schon bei Innovationssprüngen in der Vergangenheit müssen wir uns fragen, wie wir die in Gang gesetzten Prozesse für uns bestmöglich nutzen können.

Das Ziel ist klar: Innovationen bereichern unser Leben, erleichtern den Alltag und stellen sicher, dass auch künftige Generationen in einer lebenswerten Umwelt aufwachsen können. Zahlreiche Herausforderungen gilt es zu überwinden, um dieses Ziel Wirklichkeit werden zu lassen und dafür zu sorgen, dass Digitalisierung die bestehenden sozial-ökonomischen Spannungsfelder nicht bestärkt, sondern zu deren Nivellierung beiträgt. 

Anhand der Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte lassen sich folgende wesentliche gesellschaftliche nationale Herausforderungen umreißen:

  • Unsere alternde Bevölkerung fordert die Suche nach Lösungen für Mobilität, Wohnraum und Pflege, die auf die Bedürfnisse angepasst ist.
  • Gleichzeitig hat nicht nur der nationale, sondern auch der internationale wirtschaftspolitische Rahmen durch den Fokus auf eine geldpolitische Steuerung aus der Finanzkrise von 2008/2009 dazu beigetragen, dass Ungleichheit und Unsicherheit in der Bevölkerung wächst.
  • Während die Löhne im Vergleich zu Finanzeinkommen stagnierten, haben die Besitzenden auf der Suche nach Renditen in neue Märkte gedrängt und damit wiederum die Preise am Wohnungsmarkt nach oben getrieben. Österreich stellt hier keine Ausnahme beim internationalen Trend dar.

Das Spannungsverhältnis zwischen demographischen Herausforderungen, steigender Ungleichheit und sinkender Leistbarkeit von Wohnraum steigt durch die Einbettung in ressourcenverschlingende Produktionsweisen zur Steigerung internationaler Renditen, die wiederum steigende Preise und steigende Ungleichheit fördern. 

Digitalisierung gibt Möglichkeiten auf allen diesen Bereichen positiv einzuwirken, wenn wir diese entsprechend mit dem expliziten Ziel einer sozialen und solidarischen Gesellschaft einsetzen.

Positive wirtschaftspolitische Lösungen können etwa das gezielte Einsetzen von Smart Home Maßnahmen sein, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen. Der Einsatz darf aber nicht zu einer sozialen Entfremdung und Vereinsamung führen. Im Bereich der Arbeitswelt fördert plattformbasiertes Arbeiten unter anderem neue und leichtere Zusammenarbeit mit KollegInnen und überwindet geographische Nachteile einzelner Regionen. Eine gerechte Entlohnung und soziale Absicherung für Arbeit muss aber gesichert sein. Ein transformativer Prozess zur Schaffung neuer und Ablösung überholter Berufsbilder muss sozial und bildungspolitisch begleitet werden. Gleichermaßen muss durch den Einsatz von Digitalisierung ein schonender Umgang mit der Umwelt und Ressourcen gefördert werden, indem durch einen adäquaten Ausbau der Netze Datenströme ins Zentrum rücken.

 

Um Anmeldung unter veranstaltungen@bsa.at wird gebeten.