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neuBASIS-Forum: Universitäten im Zentrum öffentlichen Interesses – Zukunftsperspektiven nach Studierendenprotesten und Hochschuldialog
Am 1. Juni 2010 luden die Jungen im BSA im Rahmen des offenen Forums ins Depot – einer Institution für den Austausch über Wissenschaft, Politik und Kunst – zur Podiumsdiskussion „Universitäten im Zentrum öffentlichen Interesses – Zukunftsperspektiven nach Studierendenprotesten und Hochschuldialog“. Mag.a Dr.in Beatrix Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, Sophie Wollner, VSSTÖ-Bundesvorsitzende, Dr. Gerald Bast, Vizepräsident der Rektorenkonferenz und Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Univ. Prof. DDr. Heinz Mayer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, und Daniel Knopper, Studierendenprotestbewegung, diskutierten mit über hundert und vor allem jungen Zuhörer/innen über die Zukunftsperspektiven der Hochschulpolitik.
Die hochschulpolitischen Ereignisse im letzten Studienjahr, die Formierung einer Bildungsprotestbewegung, die Hörsaalbesetzungen, diverse Aktionen und Demonstrationen, die Bologna-Feierlichkeiten in Wien, die Realisierung und Ergebnisse des Hochschuldialoges, auch der Ausstieg unter anderem der Rektorenkonferenz und Studierenden aus selbigem, haben die Universitäten in den Alltag, ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Der BSA unterstützt mit einer Resolution die Forderungen der Studierenden, ÖGB- und BSA-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser besuchte das besetzte Audimax.
In der Diskussion ging es vor dem Hintergrund der finanziellen Lage der Universitäten um das politische Bekenntnis zur Erhöhung der Ausgaben für tertiäre Bildung auf 2% des BIP sowie den im Finanzrahmen ab 2013 vorgesehenen Kürzungen, in weiterer Folge um den freien Hochschulzugang, die Ausgestaltung qualitativer Aufnahmeverfahren, sogenannte Knock-Out-Prüfungen, notwendige Mittel für Forschung auf internationalem Niveau sowie um bessere Betreuungs- und Beschäftigungsverhältnisse für alle Menschen im Lehrbetrieb.
Beatrix Karl ist es ein Anliegen, vor allem die Drop-Out-Raten zu senken und möchte dies durch qualitative Zugangsbeschränkungen erreichen, wobei sie einen Numerus Clausus strikt ablehnt. Rektor Bast plädierte dafür, dass möglichst allen ein Studium ermöglicht wird und spricht sich strikt gegen eine zu starke Ressourcenallokation in den Massenfächern aus, die er für verschwenderisch hält. Sophie Wollner und Daniel Knopper sprachen vor allem das Bekenntnis zur Bildung und die soziale Durchmischung an. Sie wollen unter anderem für jene Studierende bessere Bedingungen schaffen, die sich ihr Studium selbst finanzieren müssen und somit einer doppelten Belastung mit Studium und Arbeit ausgesetzt sind. Heinz Mayer möchte eine Studieneingangsphase von ein bis zwei Semestern, nach der feststeht, ob die Studierenden weiter studieren können oder nicht. Es müsste im Sinne der Ausbildung von guten Studierenden auch für die Universitäten möglich sein, sich von Studenten zu trennen.
Einigkeit bestand letztlich nur darin, dass der Diskussionsbedarf über die brennenden Fragen zur Situation an den Universitäten nach wie vor gegeben ist, da deren Zukunft ungewiss ist. Gerade das große Interesse und die vielen Fragen der Zuhörer/innen haben dies nachdrücklich bestätigt.
(Bericht: Matthias Vavra)
Letzte Aktualisierung am: 10. Juni 2010










