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Döblinger Impulse: „Zahlen bitte! – Die Kosten der Krise tragen wir alle“ mit Markus Marterbauer
| 7. März 2012 | ||
| 18:30 |
Ort: SPÖ-Bezirksorganisation Döbling, 1190 Wien, Billrothstraße 34
Mag. Dr. Markus Marterbauer
Ökonom, Autor und Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien
Die gemeinsame Ursache der enormen Verschlechterung der Staatsfinanzen bildet die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09. Der mit dem stärksten Konjunktureinbruch seit den 1930er Jahren verbundene Rückgang der Beschäftigung und der Einkommen löste einen Ausfall an Steuereinnahmen in Milliardenhöhe aus und machte zusätzliche Konjunkturprogramme zur Stabilisierung der Wirtschaft notwendig; in ganz Europa wurden zudem Banken durch den umfangreichen Zuschuss von Staatskapital gerettet. Österreich ist zwar weit weg von einer Staatsschuldenkrise und von „griechischen Verhältnissen“, denn Budgetdefizit und Staatsschuld liegen heute wie in den letzten Jahrzehnten merklich niedriger als im Durchschnitt der EU, dennoch ist die Konsolidierung des Staatshaushalts notwendig. Erhebliche Risiken für Österreichs Staatshaushalt und Gesamtwirtschaft bestehen nach wie vor im Bankensektor. Die von den Banken und Finanzmärkten ausgelöste Krise führt zu einer zunehmenden Ungleichheit der Verteilung des Wohlstandes. Arme und Mittelschicht partizipieren nur eingeschränkt an der Zunahme des wirtschaftlichen Wohlstands.
Der Sozialstaat hat sich in der Finanzkrise als stabilisierender Faktor bewährt und seine Überlegenheit gegenüber privaten, auf den Kapitalmärkten basierenden Sicherungssystemen einmal mehr unter Beweis gestellt. Wie muss der Sozialstaat jetzt um- und ausgebaut werden, um den Problemen der Demografie, der Verschiebung in den Familienstrukturen, der zunehmenden Armut und Ungleichheit zu begegnen? Wie sieht eine emanzipatorische Reformstrategie aus? Welchen Beitrag leisten die Besteuerung von Vermögensbeständen, der Ausbau sozialer Dienstleistungen, die Verkürzung der geleisteten Arbeitszeit und der effiziente Einsatz natürlicher Ressourcen? Lässt sich die soziale Entwicklung vom Wirtschaftswachstum abkoppeln? Wie kann eine Gesellschaft entstehen, die wirtschaftliche und soziale Leistung honoriert? Wie wird Solidarität gegenüber den Schwachen gesichert? Wie ist die Lebensqualität für alle Menschen zu erhöhen?
Diese Veranstaltung wird vom BSA-Bezirksklub Döbling in Kooperation mit dem Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband Döbling organisiert.
Letzte Aktualisierung am: 29. Februar 2012










