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Diskussionsveranstaltung „Hat Bildung Zukunft? Wohin geht unsere Schule?
Im Rahmen der „Hernalser Vorstadtgespräche“ luden die SPÖ und der BSA-Hernals in das Hernalser Arbeiterheim in der Kalvarienberggasse 28a zur Diskussionsveranstaltung „Hat Bildung Zukunft? Wohin geht unsere Schule?“ Zahlreiche Besucher/innen folgten der Einladung zu dieser hochinteressanten Diskussion mit einer hochkarätigen Expertenrunde. SPÖ-Klubobmann im Parlament Dr. Josef Cap leitete die Debatte ein und stellte fest, dass neben den Verteilungsfragen die Bildungspolitik eines der wichtigsten politischen Themen sei. Es sei für eine erfolgreiche Zukunft unseres Landes von herausragender Bedeutung, ob das Bildungssystem sozial durchlässig ist oder ob – wie es manche konservative Kreise wollen – die Oberschicht immer Oberschicht bleibt, während die Unterschicht auch bildungsmäßig immer Unterschicht bleibt.
Diskussionsleiter Mag. Manfred Mänling, BHS-Lehrer und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Bildungsstandards im BMUKK, stellte an die Diskussionsteilnehmer am Podium Fragen zu den Themen Bildung versus Ausbildung, Transparenz bei der Leistungsverteilung und „Zentralmatura“.
SPÖ-Bildungssprecher Abgeordneter zum Nationalrat Elmar Mayer stellte in seinem Statement das vorschulische Lernen und die Bedeutung einer neuen Ausbildung für Kindergärtner/innen in den Vordergrund. Ebenso sei die gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen eine klare Vision der Sozialdemokratie, die aber in absehbarer Zeit auch umgesetzt werden sollte. In den letzten drei Jahren habe es allerdings auch wesentliche Fortschritte gegeben, beispielsweise was kleinere Klassen betrifft.
Mag. Augustin Kern, Koordinator Bildungsstandard im BMUKK, plädierte für fächerübergreifendes Lernen und gegen die derzeitige strenge Fächereinteilung. Die Schule soll primär für die Schüler/innen da sein und nicht für die Lehrer/innen. Es sollen die Schüler/innen unterrichtet werden und nicht Fächer. Bei der neuen Reifeprüfung gelte es endlich europäischen Standard zu erreichen.
Mag. Dr. Rupert Corazza vom Stadtschulrat Wien, Projektleitung Wiener Mittelschule, betonte, wie gut Mitte der 1990er-Jahre die Bildungspolitik war und wie sehr die schwarz-blaue Koalition in der Bundesregierung dann ab 2000 die Rahmenbedingungen immer mehr verschlechterte. Tausende Lehrer wurden nicht nachbesetzt und vieles, was vorher ausgezeichnet funktioniert hatte, war dann nur mehr auf Sparflamme möglich. Seit 2006 gäbe es wieder Chancen für neue Themen und es sei von herausragender Bedeutung, dass die Kinder nicht mit neun Jahren bereits auf ihren Lebensweg festgelegt werden.
Die Hernalser Volksschuldirektorin Eva Mader führte aus, dass die Volksschule alle Aufgaben erfüllen sollte und betonte besonders die Bereiche Aufmerksamkeitsschulung, Disziplin, Haltung, Würde und Respekt. Man müsse die Kinder dort abholen, wo sie gerade stehen. Mader plädierte in sehr engagierter Form für die Wiener Mittelschule und dafür, dass die Kinder Freude am Lernen haben sollten. Man muss dabei Freude wecken. Nach den Expert/innen am Podium ergab sich eine interessante, auf hohem Niveau stehende und doch für jeden verständliche Publikumsdiskussion, bei der weitere zahlreiche Bildungsfragen angesprochen wurden.
Letzte Aktualisierung am: 29. Januar 2010










