Aktuelle Nachrichten Veranstaltungen Mitglied werden

Subnavigation 2. Ebene

Subnavigation 3. Ebene

Struktur des BSA

Veranstaltungen

Inhalt

BSA Simmering – “Yes, We Can!”

Ein Wahlkampf, der die Welt bewegt hat und was wir daraus lernen können.

“This victory alone is not the change we seek.
It is only the chance for us to make that change.”

Barack Obama, Wahlnacht 2008

BarrackAm Mittwoch, dem 18. August, luden der BSA Simmering und die Bezirksorganisation 11 zu einem Diskussionsabend mit Tanya Lolonis (Aktivistin im Wahlkampf von Barrack Obama) und Martin Binder-Blumenthal (Mitarbeiter in der Wiener Wahlkampfzentrale), um mit ihnen zu erörtern, wie über Gefühle und Stimmungen Millionen von Menschen mobilisiert werden konnten und inwiefern Einzelne an diesem Erfolg beteiligt waren. Ziel war vor allem, positive Erfahrungen für den Wiener Wahlkampf nutzen zu können. In seiner Begrüßung verwies Bezirksvorsitzender Dr. Harald Troch daher auch auf die intensive Basisarbeit, die eine zentrale Rolle im amerikanischen Wahlkampf gespielt und in der SPÖ eine lange – aber leider abnehmende – Tradition hat.

Tanya Lolonis, eine gebürtige Amerikanerin, die seit zehn Jahren in Wien lebt, berichtete uns, wie sie nach monatelangem Online-Spenden beschloss, sich selbst aktiv am Wahlkampf in den USA zu beteiligen. In Obama sah sie wie viele andere eine neue Art von Politiker, der durch seine Authentizität im wahrsten Sinne des Wortes „Change“ vermitteln konnte. Die lokale Arbeit – der direkte Kontakt mit den Bürger/innen – war ein Kernbereich, in den die Obama-Kampagne von Beginn an großflächig investierte. Unterstützt durch eine duale Organisationsstruktur mit einer zentralen Steuerung, die Ressourcen zur Verfügung stellte, und lokalen Koordinationsleitungen, die Aktionsmittel angepasst an den jeweiligen Standort einsetzen konnten, wurde eine breitgefächerte Beteiligung von Aktivist/innen ermöglicht. Die Message „Get out to vote!“ war dabei zentral. Neben intensiven Telefonkampagnen, die nach einem Standard-Skript abliefen, wurde vor allem auf Tür-zu-Tür-Aktionen gesetzt. Tanya berichtete davon, wie sie bereits eine halbe Stunde nach Ankunft in Reno, einem damals republikanischen „Heartland“, ausgestattet mit einer Adressliste aus dem Wählerverzeichnis, an ihre erste Tür klopfte. Ziel dabei war, die Gruppe der unentschlossenen potentiellen Wähler/innen durch möglichst kurze Gespräche herauszufiltern und in einem zweiten Schritt gezielt mit Informationen zu versorgen. Das erforderte eine genaue Auflistung der Besuchsergebnisse, um bei Interesse wieder Kontakt aufnehmen zu können. Wesentlich war dabei auch, durch einen mehrmaligen Kontakt – sei es durch einen weiteren Besuch oder eine Zusendung – eine kontinuierliche Präsenz zu zeigen.

tanya3

Martin Binder-Blumethal verwies anschließend in seiner Präsentation auf die verschiedenen Zielgruppen, die sich vor allem im urbanen Umfeld immer stärker differenzieren, und die wir im Wahlkampf in ihren spezifischen Lebenswelten unterschiedlich ansprechen müssen. Dafür schickt die Wiener Wahlkampfzentrale speziell im Jugendbereich gezielt ausgewählte Kandidat/innen ins Rennen. In Bezug auf neue Formen der politischen Agitation analysierte er die Internet-Kampagne von Obama, die eine Vielzahl an Aktivierungsmechanismen einsetzte und unterschiedlichste Partizipationsmöglichkeiten – von einer Geldspende bis hin zur Organisierung einer eigenen Veranstaltung – anbot. Im Bereich des Web 2.0 setzt die Landesorganisation auf die Kommunikation via www.redbook.at sowie die herkömmlichen öffentlichen Tools. Die Kampagnen „Ich bin Wien“ und „I love Vienna“ sollen Menschen direkt ansprechen und zur Identifikation mit der Stadt anregen.

bsa_simmering_2

In der anschließenden Diskussion waren vor allem die konkrete Herangehensweise bei den Hausbesuchen und Telefonaktionen Thema. Beeindruckt hat vor allem die anhaltende Mobilisierung über die gesamte Dauer des langen Vorwahl- und Wahlkampfs in den USA und das Durchhaltevermögen der Aktivist/innen. Wenn auch die spezifische amerikanische Situation geprägt durch die Misswirtschaft und Repression der Bush-Regierung, speziell nach 09/11, sowie das besondere Charisma von Barack Obama als erster afroamerikanischer Kandidat wesentlich für seinen Erfolg waren, so wurde doch deutlich, dass dafür auch die strategische Ausrichtung seines Wahlkampfs verantwortlich zeichnete. Der besondere Focus auf die Basis – die „grassroots“ – und die Beteiligung von Einzelnen, die sich im direkten Gespräch mit ihren Nachbar/innen, Kolleg/innen, Freund/innen und Unbekannten engagiert haben, war ein zentrales Element in der Entstehung einer „Bewegung von unten“, die letztlich die Wende in den USA erreicht und damit die Welt verändert hat. Yes, We Can! Yes, You Can!

Zur Erinnerung:
Der Unterstützungssong “Yes, We Can” auf youtube
Nähere Infos zum Song auf
wikipedia

Yes We Can

Letzte Aktualisierung am: 23. August 2010

Externe Links